Innehalten

Es ist der 31.12.2017. In sechs Stunden findet das Jahr seinen Abschluss und ein neues Jahr beginnt. 

Es gibt Momente, in denen man sich nichts mehr wünscht, als nach vorne zu preschen weil man sich so sehr die Zukunft herbeisehnt.

Dass alles endlich besser wird. Dass sich Wünsche erfüllen. Dass Dinge eintreten, auf die man gewartet hat. Bloß das Alte hinter sich lassen, alles, was nicht gut war, abwerfen und nicht mehr darüber nachdenken.

Mein Gefühl sagt mir, dass ich jetzt innehalten muss. Dass es ok ist, wenn um Punkt 12 Uhr nicht alles aus dem alten Jahr abgeschlossen ist und ich manches mitnehme in dieses neue, verheißungsvolle Jahr. Ich nehme Erfahrungen und Erinnerungen und Gefühle mit, die ich noch nicht wegschließen oder vergessen möchte. Die, wenn ich richtig damit umgehe, mir dabei helfen werden, das kommende Jahr zu gestalten. Die ich schätze und nicht missen möchte. Und die es verdient haben, einen Moment für sich zu bekommen. Damit ich darüber nachdenken und sie auf mich wirken lassen kann. Sie herumdrehe und von allen Seiten anschaue und sehen kann, was da eigentlich wirklich passiert ist.

Das geht nur, wenn ich jetzt innehalte. Also versuche ich erst gar nicht, ab morgen alles anders zu machen, mich neu zu erfinden oder mein Leben auf den Kopf zu stellen. Das kann ich ja immer noch machen. Wenn ich jetzt innehalte, werde ich danach nicht überstürzt losrennen müssen.

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