Sicherheit

Unsicherheit bedeutet für mich, nicht zu wissen, was kommt. Nicht zu wissen, ob etwas jemals eintreffen wird, was es überhaupt ist, auf das ich warte und ob sich das Warten lohnt. Unsicher fühle ich mich, wenn ich auf eine Entscheidung warten muss, die ich nicht selbst treffen oder beeinflussen kann.

Sicherheit bedeutet für mich, mich auszukennen. Die Situation oder eine Person einschätzen zu können. Zu wissen, dass etwas ein Ende hat oder ich darauf vertrauen kann, dass etwas geschieht. Es ist ein Grundgefühl, dass Dinge aus einem bestimmten Grund passieren oder meine Entscheidungen auf lange Sicht Sinn ergeben.

Mit einem Gefühl der Unsicherheit in mir werde ich ungeduldig, dünnhäutig und überinterpretiere vieles. Dann mag ich mich selbst nicht leiden in manchen Momenten, ärgere mich über mein Verhalten, bereue Dinge, die ich gesagt oder getan habe und mache mir zu viele Gedanken darüber, wie ich nach außen wirke.

Wenn ich mich sicher fühle, kann ich mich entspannen. Dann kann ich vieles aushalten, was ich nicht für möglich gehalten hätte. Dann kann ich warten, so lange wie es sein muss. Ich kann mich dann auf mich selbst stützen und brauche nur wenig Zuspruch von außen. Wenn in mir Sicherheit ist, strahle ich diese nach außen aus und kann sie an andere weitergeben.

Warum kann ich mit Unsicherheit nicht gut umgehen und sehne mich nach Sicherheit? Dass ich Sicherheit der Unsicherheit vorziehe, überrascht mich nicht, aber es überrascht mich, was die Unsicherheit mit mir macht. Kann ich daran etwas ändern?

Ich möchte auch in einer unsicheren Situation entspannt sein können. Weniger zweifeln und geduldiger sein. Die Unsicherheit akzeptieren, sie annehmen und etwas aus ihr machen. Keine Angst davor haben, sondern sie vielleicht ein Stück weit schätzen zu wissen.

 

Eine Antwort auf „Sicherheit“

  1. „Nicht zu wissen, was passiert“ finde ich ehrlich gesagt ganz gut. Dann kann ich träumen und hoffen.
    Was ich aber gut verstehen kann ist eine Unsicherheit wenn man sich nicht auskennt. Ich erlebe das täglich in meinem Programmierjob. Da hangele ich mich im Prinzip seit Jahren „von Problem zu Problem“ oder wie es heute heisst „von Herausforderung zu Herausforderung“. Immer wenn ich eine „Herausforderung“ gelöst habe, steht die nächste vor der Tür. Irgendwann bin ich dann an einen Punkt gekommen, das als Normalzustand anzusehen. Ich weiss oft nicht wie ich etwas lösen soll (und das macht mich oft ärgerlich). Ich weiss aber das es in n Tagen funktionieren wird und bisher habe ich immer eine Lösung gefunden. Mal schneller, mal langsamer.
    Das gibt mir dann wieder Zuversicht und Vertrauen.

    … und am Ende wird sowieso alles gut … und wenn es nicht gut wird, ist es nicht das Ende 😉 …

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